Informationen über die Ausbildung zum Kaufmann für Digitalisierungsmanagement

Was hat sich zur bisherigen Ausbildung zum Informatikkaufmann verändert?

Im Vergleich zur bisherigen Ausbildungsordnung für den Informatikkaufmann hat sich nicht nur die Berufsbezeichnung geändert. Auch die Ausbildungsinhalte wurden an die modernen Anforderungen rund um Mobile Computing, Industrie 4.0 und Co. angepasst. So werden zum Beispiel die Themen Datenschutz und IT-Sicherheit sowie die sozialen und personalen Kompetenzen wichtiger. Außerdem wurde eine gestreckte Abschlussprüfung eingeführt. Das bedeutet, die Abschlussprüfung ist von nun an in zwei Teile geteilt.

Welchen Schulabschluss benötigt man?

Im Jahr 2018 gab es im Vorläuferberuf Informatikkaufmann/-frau 999 Ausbildungsanfänger/innen. 63 Prozent verfügten über die Hochschulreife , 32 Prozent besaßen einen mittleren Bildungsabschluss . Drei Prozent verfügten über einen Hauptschulabschluss , ein Prozent konnte keinen Hauptschulabschluss vorweisen.

Wichtige Schulfächer

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern bilden gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:

Mathematik: Für die Erstellung von Kalkulationen und andere kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Aufgaben benötigen angehende Kaufleute für Digitalisierungsmanagement gute Kenntnisse in Mathematik.

Informatik: Für die Arbeit mit den in der IT-Branche gängigen Systemen sind fundierte Kenntnisse in Informatik nützlich.

Wirtschaft: In der Ausbildung werden Geschäftsprozesse und Betriebsabläufe simuliert. Wissen über wirtschaftliche Zusammenhänge ist dabei hilfreich.

Deutsch: Für Kundenkontakt und Vertragsverhandlungen sind gute Deutschkenntnisse und insbesondere gute mündliche Ausdrucksfähigkeit wichtig.

Englisch: Den Umgang mit Englisch sprechenden Kunden und Geschäftspartnern erleichtern gute Sprachkenntnisse in Englisch.

Welche Eigenschaften sollte man zu der Ausbildung mitbringen?

Zahlengenie: An Zahlen führt kein Weg vorbei. Mathe muss zwar nicht dein absolutes Lieblingsfach sein, aber du solltest auf jeden Fall über ein ausgeprägtes Zahlenverständnis verfügen.

Analytiker: Du hinterfragst gern Dinge und beschäftigst dich ausführlich mit Problemen, um effiziente Lösungen zu finden? Super, gute Analysefähigkeiten wirst du nämlich auf jeden Fall brauchen.

Organisationstalent: Bei den vielen verschiedenen Tätigkeitsbereichen und den unterschiedlichen Aufgaben verliert man schnell mal den Überblick. Du brauchst also auf jeden Fall Organisationstalent und gute Multitaskingfähigkeiten.

Wie verläuft die Ausbildung?

Die Ausbildung läuft dual ab und dauert drei Jahre. Die eine Hälfte deiner Berufsausbildung verbringst du also an der Berufsschule, die andere Hälfte im Unternehmen. Die gesamte Ausbildung lässt sich grundsätzlich in zwei Teile gliedern. Einerseits werden sogenannte berufsprofilgebende Fertigkeiten vermittelt, das sind ganz konkrete Kenntnisse und Fertigkeiten wie zum Beispiel Maßnahmen für den Datenschutz oder die Entwicklung von IT-Lösungen. Andererseits werden „integrative“ Fertigkeiten gelehrt. Das sind dann zum Beispiel Fachkenntnisse im Tarifrecht oder zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit. Neben den üblichen Zwischen- und Abschlussprüfungen ist auch eine betriebliche Projektarbeit Teil der Ausbildung. Da kannst du dann zeigen, was du gelernt hast.

Was lernt man in der Berufsschule?

In den ersten beiden Ausbildungsjahren gibt es bei der Ausbildung zum Kaufmann für Digitalisierungsmanagement große Überschneidungen mit der Ausbildung zum Kaufmann für IT-Systemmanagement. Neben Rechnungswesen und Controlling stehen Markt- und Kundenbeziehungen sowie die Betreuung von IT-Systemen auf dem Lehrplan. Außerdem beschäftigst du dich mit Tarif- und Vertragsrecht. Wie bei allen neuen IT-Berufen spielen auch die Themen Datenschutz und IT-Sicherheit eine große Rolle im Unterricht an der Berufsschule.

1 Ausbildungsjahr

Clients in Netzwerke einbinden: Bei der Integration von Clients geht es darum, Soft- oder Hardware in ein Netzwerk zu integrieren. Nach einer ausführlichen Analyse der vorhanden Netzwerkinfrastruktur wird geplant, welche Clients das System besser machen, zum Beispiel bei der Energieeffizienz.

Arbeitsplätze einrichten: Welche Programme brauchen die Mitarbeiter des Unternehmens und wo gibt es diese? Du lernst den gesamten Prozess der Arbeitsplatzeinrichtung kennen: Angefangen von ersten Recherchen, über das Abschließen von Kaufverträgen bis hin zur Konfiguration am Arbeitsplatz.

Datenverwaltung: Im Rahmen eines Projekts zum Thema Datenanalyse wird sehr praxisnah der Umgang mit Daten und dazu passender Software gelehrt. Dafür wird eine Anwendung zur Verwaltung von Daten angepasst und Testfälle entwickelt. Diese wird dann implementiert und ausführlich getestet.

2 Ausbildungsjahr

Servicefragen: Servicefragen bearbeiten und Fehler beheben gehört zu den wichtigsten Aufgaben eines KfDMs. Im zweiten Ausbildungsjahr lernst du Servicefragen zu analysieren und in einem Service-Management-System zu ordnen. Der Bearbeitungsprozess wird dokumentiert und anschließend auch reflektiert.

Softwareprojekte: Im Lernfeld Softwareprojekt geht es um die Erfassung eines Kundenauftrags. Du wirst einschätzen, welchen Aufwand das ganze mit sich bringt und welche Risiken es gibt. Anschließend wird ein Plan ausgearbeitet, Software implementiert und getestet.

Beschaffungsprozesse: Die Beschaffung von Soft- und Hardware sowie Dienstleistungen kann ganz unterschiedlich erfolgen. Kaufen, mieten oder leasen? Dafür gibt es ganz verschiedene Verträge, deren Vor- und Nachteile du alle kennenlernen wirst.

3 Ausbildungsjahr

Wertschöpfungsprozesse: Vollkostenrechnung, Betriebsabrechnungsbogen, Teilkostenrechnung, Angebotskalkulation – im dritten Ausbildungsjahr geht es im kaufmännischen Bereich ins Detail. Die Auszubildenden lernen, wie betriebliche Kosten- und Leistungsrechnungen durchgeführt werden und wie man ein Unternehmen wirtschaftlich auf Kurs hält.

Datenaufbereitung: Daten erfassen und aufbereiten steht im dritten Ausbildungsjahr ebenfalls auf dem Lehrplan. Die Daten werden analysiert, auf Qualität geprüft, strukturiert und kategorisiert. Anschließend werden die Daten aufbereitet und visualisiert – also übersichtlich dargestellt.

Digitale Weiterentwicklung von Unternehmen: Welches Geschäftsmodell hat ein Unternehmen und welche Vertriebswege nutzt es? Das wirst du in der Ausbildung analysieren und darauf aufbauend Vorschläge für die digitale Weiterentwicklung eines Unternehmens erarbeiten.

Was lernt man in der Praxis?

Im Betrieb geht es in die Praxis. So werden zum Beispiel Präsentations- und Kommunikationsfähigkeiten geschult. Bei vielen Unternehmen darfst du auch direkt an IT-Projekten mitarbeiten. Neben der Steuerung von Wertschöpfungsprozessen lernst du zum Beispiel, wie du Daten und Informationen richtig aufbereitest. Die Planung und Kalkulation von Netzwerkinfrastrukturen wird ebenso auf dem Lehrplan stehen wie die digitale Weiterentwicklung von Unternehmen.

Die Ausbildungsvergütung

Ausbildungsjahr Vergütung in €
1. Ausbildungsjahr 950
2. Ausbildungsjahr 1050
3. Ausbildungsjahr 1100

Die Vergütung während der Ausbildung und der Verdienst danach ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Er richtet sich danach in welcher Branche, das Unternehmen ansässig ist und im welchen Bundesland, man arbeitet.